mitmachen

Hände
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Eine Kaffeerunde ist etwas Gemütliches, bedeutet einen niederschwelligen Einstieg. Da fühlt man sich wohl, gleich willkommen. Jedefrau soll einen Weg ins Frauencafé finden können, egal ob sie bisher ein Leben im öffentlichen Raum führte oder ihre Welt die Maße von Haus und Familie hatte.

Wer wirklich ankommen will in der aufnehmenden Gesellschaft, der wird diesen Schonraum wenigstens gelegentlich verlassen. Der wird sich einbringen wollen in das kulturelle und soziale Miteinander. Der will zeigen, dass man etwas zu geben hat, und die Anderen neugierig machen auf die Begegnung.

Ausgabe von Suppe
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Suppe verbindet

"Suppe verbindet - Bildung macht stark": Unter diesem Titel lud die Gruppe "Alltagswerk" am 09.03.24 zu ihrem ersten Suppentag ins Nördlinger Rathausgewölbe ein. Friedrun Meyer, selbst Mitglied der Gruppe, konnte sieben Frauen aus dem Interkulturellen Frauencafé dafür gewinnen, eine ihrer Lieblingssuppen zu kochen und auszuschenken.

Wer zum Essen kam, ging auf eine kulinarische Reise und lernte z. B. den Geschmack einer mexikanischen Tortilla-Suppe, einer türkischen Linsensuppe, einer vietnamesischen Teigtaschensuppe, einer ukrainischen Rote-Bete-Suppe oder einer afghanischen Nudelsuppe kennen.

Zwei Stunden war Zeit, sich beim Probieren der insgesamt 20 Suppen kennenzulernen und in einem ungezwungenen Rahmen auszutauschen. Viele Nördlinger nutzten die Marktzeit für einen Abstecher ins historische Gewölbe. Am Ende waren alle Töpfe leer und der Wunsch nach einer Wiederholung groß. BA

Tafel der Begegnung 2023
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Tafel der Begegnung 2023

Ein Dreiklang von Genuss, Kultur und Begegnung erwartete die Gäste, die am 6. Oktober 2023 in den Gewölbesaal des Nördlinger Rathauses gekommen waren: Dieser schuf den würdigen Rahmen für eine Tafel der Kulturen, zu der das Interkulturelle Frauencafé eingeladen hatte.

In festlichen Gewändern gekleidet, begrüßten die Frauen des Frauencafés die Gäste mit einem vielsprachigen Willkommen, um bald darauf das im Nebenraum aufgebaute Buffet zu erklären: Das bot neben Hummus und dem anatolischen Bulgur-Salat Kisir eine Vielzahl von Fingerfood wie vietnamesische Frühlingsrollen und Bánh bao oder ukrainische Vareniki.

Mit einem kleinen Gong wurden die Gäste immer wieder zum Innehalten eingeladen: Eine Tafelmusik besonderer Art war zu hören. Wenn man die Worte nicht versteht, dann spricht die Melodie einer Sprache. Und so lauschten die Gäste bei einer Hodscha-Geschichte aus der Türkei, einem ukrainischen Dialog, einem malaysischen Gedicht, einem afghanischen Gesang und vietnamesischen Liebesliedern dem Klang dieser Kulturen nach. BA

Bunte Stühle in Buchhandlung
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Versteigerung der Bunten Stühle

Im Rahmen einer Kunstaktion bei den Interkulturellen Wochen 2019 gestalteten Frauen aus vielen verschiedenen Ländern Stühle. Die bunten Stühle sollten zum Ausdruck bringen: So vielfältig wie diese sind auch die Kulturen, die in Nördlingen leben.

Die dabei entstandenen wunderschönen Unikate sollten in einer öffentlichen Auktion versteigert werden. 2023 ist es soweit: Zunächst können die Objekte in Nördlingens Fußgängerzone bewundert werden, bevor am Abend die 28 Stühle bei einer Versteigerung mit Eventcharakter in der Buchhandlung Lehmann unter den Hammer kommen.

Der Erlös kommt dem Interkulturellen Frauencafé zugute. GA

Vietnamesischer Tanz
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Eine Stadt liest 

Die Geschichte nimmt ihren Anfang, als der studierte Archäologe Sung am Prenzlauer Berg einen Gemischtwarenladen eröffnet: Mit "Sunds Laden" hat die Autorin Karin Kasila einen Roman über eine Völkerverständigung der besonderen Art zwischen vietnamesischen Vertragsarbeitern und einheimischen Berlinern geschaffen.

2017 liest Nördlingen das Buch. An der von der Stadtbibliothek und den beiden Buchhandlungen Lehmann und Greno veranstalteten Aktion beteiligen sich auch die Frauen des Interkulturellen Frauencafés. Schließlich haben sie selbst Vietnamesinnen in ihren Reihen.

Schon 2012 hatte das Interkulturelle Frauencafé beim Fest der Kulturen die Nördlinger mit der vietnamesischen Kultur bekannt gemacht. 

Bild: Vietnamesischer Tanz. BA

Ausstellung in der Stadtbücherei
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Ausstellungen

Manche Frauen im Frauencafé blicken auf Fluchterfahrungen zurück. Sie haben die Heimat zurücklassen müssen, weil die politischen Verhältnisse oder Krieg und Verfolgung ihnen das Leben dort unmöglich machten. Heute sind sie Botschafterinnen dieser Gesellschaften. Deshalb beteiligt sich das Frauencafé auch an Ausstellungen, die von der Situation der Frauen dort und dem Leben in der aufnehmenden Gesellschaft berichten.

Das Kopftuch verbindet Frauen, die es tragen. Statements dazu von Frauen, Objekte und Fotos zum Thema zeigte die Ausstellung "Kopftuchkulturen", die 2010 im Rahmen der Interkulturellen Wochen in der Alten Schranne in Nördlingen zu Gast war. Das Frauencafé engagierte sich in Gesprächen und kulturellem Beiprogramm.

2011 organisierte die Leiterin des Interkulturellen Frauencafés, Friedrun Meyer, die Präsentation der Ausstellung "Schau mich an" in der Stadtbücherei Nördlingen. Die Ausstellung zeigt Portraits von Flüchtlingen und deren Fluchtgeschichten. BA